Fuji X-T1 Erfahrungsbericht

Fuji X-T1 mit 18-55mm f/2.8-4.0

Dies ist kein Test, sondern meine subjektive Erfahrung mit der Fuji X-T1, welche ich mir als Erweiterung zu meiner bisherigen Ausrüstung Anfang dieses Jahr zugelegt habe. Darüber hinaus gebe ich gerne ein paar Erfahrungswerte weiter, um vielleicht im besten Fall dem einen oder anderen die Kaufentscheidung positiv beeinflusst.

Warum die X-T1 Systemkamera?
Ich habe mich immer mehr für eine kleinere und leistungsfähige Kamera auf Profiniveau interessiert. Grund dafür war auch, dass ich oft auch gerne eine Kamera dabei haben wollte die in Bezug auf Grösse und Gewicht um einiges reduziert ist. So braucht es nicht immer gleich einen grossen Rucksack mit 10 Kilos und mehr am Rücken. Ganz nach dem Motto; „Die beste Kamera ist auch diejenige, die man immer dabei hat,-)“. Mir war aber ebenso wichtig, dass die Qualität sowie die technischen Möglichkeiten im Vergleich zu meinen gewohnten Vollformat Nikon kaum Einschränkungen hat.

Mit diesen Anforderungen fiel meine Aufmerksamkeit schnell einmal auf eine Systemkamera. Dabei war mir Olympus bereits ein wenig bekannt sowie auch von Sony wusste ich dass die in diesem Bereich ein paar Kameras zur Auswahl haben. Die Olympus OM-D EM1 z. Bsp. habe ich schon ein paar Mal in den Händen gehabt und stellte eine Option dar. Fuji war mir eigentlich bis dahin unbekannter, aber ich sah sie bereits im Schaufenster und las einige interessante Berichte darüber. Nach genauerer Recherche und einer Handlingprobe überzeugte mich die Fuji X-T1 einfach so gut, dass die Wahl schnell darauf fiel!:-). Nebst der Sympathie und der sehr guten Verarbeitung des Fuji Systems, war der entscheidende Grund für die Fuji die Sensorgrösse! Bei der Fuji X-T1 ist ein APS-C Sensor (23,6 mm × 15,6 mm) verbaut, der im Vergleich z. Bsp. zur Olympus mit dem Micro Four Thirds Sensor (17,3 x 13 mm) immerhin 1,5fach grösser ist und demzufolge näher am mir gewohnten Vollformat Sensor liegt. Ich bin der Meinung dass der Vorteil eines grösseren Sensors (Rauschverhalten, Pixelgrösse…) auch in der heutigen Zeit und trotz der rasanten technischen Fortschritte trotzdem nicht zu verachten ist. Gerade die Bildgestaltung mit dem APS-C Sensor liegt näher am gewohnten Umgang eines Vollformatsensors und gibt so für mich weniger Anpassung. Mit Bildgestaltung meine ich hier vorallem der Unterschied der Schärfentiefe bei unterschiedlicher Sensorgrösse.

Fuji X-T1 Rückseite

Fuji X-T1 Rückseite

Der Fotohändler bei dem ich die Kamera kaufte, sagte mir sogar dass ich meine anderen Kameras bald einmal abgeben werde. Jedenfalls kann ich vorneweg nehmen, dass unterdessen nah dran bin,-). Ich habe mich einfach mehr und mehr in diese Kamera verliebt! Sie ist klein, leicht, sehr wertig  und auch der Retro-Stil finde ich sehr cool. Fast so als wäre sie vor 50 Jahren entworfen worden – allerdings mit modernster Technik im Innenleben. Ich sehe in ihr ein wenig die japanische Leica Version,-). Zudem bietet Fuji ebenso hochwertige Objektive mit einem sehr interessanten Objektivpark. Die Bildqualität und der Umgang mit dem APS-C Sensor sind wirklich hervorragend und müssen sich nicht vor meinen anderen Boliden verstecken.

Die Kamera setzt ein paar fotografische Grundkenntnisse voraus. Sie ist nicht gedacht mit on/off Schalter und vorgegebenen Motivprogrammen im Automatikmodus zu fotografieren. Das wäre viel schade für die Kamera und deren Rädchen wollen ja auch bewusst bedient werden.

Wo ist mein Einsatzgebiet mit der Fuji X-T1?
Ich setzte diese Kamera bis anhin vorallem bei privaten Anlässen und anderen passenden Gelegenheiten ein. Bei Ausflügen und überall dort wo  zuviel Gepäck, Platz und Gewicht unangenehm ist. In der Auftragsfotografie habe ich sie bisher nur wenig und um ehrlich zu sein etwas zögerlich eingesetzt. Da wage ich mich einfach noch nicht so richtig heran mit ihr. Das liegt aber nicht unbedingt an der Kamera oder dem System wo ich die Gründe weiter unten noch erläutere. Für mich sehe ich das Einsatzgebiet mit ihr auch in der Portraitfotografie oder auch für Reportagen (mit passendem Objektiven), wo man auch mal schön unauffällig sein kann. Auch für Landschaften habe ich sie schon sehr gerne verwendet. Für Street- und Travelfotografie ist sie eigentlich fast schon perfekt, nur konnte ich sie so explizit noch nicht so wirklich einsetzen. Das kommt aber sicher noch:-). Also es ist eigentlich eine Allround-Kamera, ausser vielleicht der Sport wo man top Speed braucht, würde ich (zumindest aktuell) weniger empfehlen.

Speziell positiv ist mir auch schon das neigbare Klappdisplay entgegen gekommen (bei Fotografieren an Bodennähe) sowie der Auslöser ist kaum hörbar und sehr leise im Gegensatz zu einer klassischen Spiegelreflex. Das kann schon mal von Vorteil sein im Standesamt z. Bsp. Hat man beim Objektiv noch ein Bildstabilisator drin und eine etwas ruhige Hand, dann liegen fast undenkbare Auslösezeiten aus der Hand drin. Als Highlight empfinde ich die Einstellung auf manuellem Fokus, wo man die „Schärfentiefenskala“ mittels eines blauen Balken auf dem Bildschirm anzeigen kann. Gerade in der Landschaftsfotografie einfach ein schönes Werkzeug. Klar geht’s bisher auch ohne, aber damit bin ich einfach gefühlsmässig noch viel schneller und effizienter!

Bildbeispiele mit Fuji X-T1 und Fujinon 35mm f/1.4

Bildbeispiele mit Fuji X-T1 und dem Kit-Objektiv Fujinon 18-55mm f/2.8-4.0

Beispielbilder mit der Fuji X-T1 und dem Zeiss Touit 12mm f/2.8

Warum ersetzt sie meine FX Nikons (noch) nicht komplett?
Fotografiere ich in der Reportage oder auch etwas sportliches, benötige ich oft sehr schnelles Umschalten und Einstellungsveränderungen wie auch ein Autofokus der teilweise sehr schnell sein muss. Da bin ich wohl auch ein wenig Gewohnheitstier und die Nikon kann ich dann fast blind schnell und zielführend bedienen. Hier ist mir die Fuji einfach noch etwas zu ungewohnt und im AF teilweise etwas am Anschlag bezüglich Geschwindigkeit. Ich würde aber nicht behaupten, dass der AF allgemein langsam ist oder auf jeden Fall nicht langsamer als vergleichbare Kamerasysteme. Zudem hängt das ja auch immer noch ein wenig vom Objektiv ab. Ich ziehe hier deshalb vorallem ein Vergleich mit meiner einer D4s und da muss ich gestehen, ist wohl nicht gerade sehr fair,-).

Wiederum schön bei der Fuji ist, dass man die Bilder nicht nur auf dem Display, sondern auch durch den Sucher anschauen kann. Wenn die Sonne draussen so hell ist, kann das durchaus mal helfen das fotografierte Bild rasch so zu prüfen. Weiter wird das Bild im Sucher in Echtzeit angezeigt.

Ein weiterer Grund warum ich sie in vorallem bei kommerziellen Aufträgen noch wenig eingesetzt habe, ist vermutlich der etwas eingeschränkte Objektivpark den ich bei der X-T1 bis jetzt habe. Das liegt aber vielmehr an mir und nicht an der Kamera. Angefangen hatte ich mit dem Standard-Kit (18-55 f2.8-4.0), das ich zuerst wegen meinen Vorurteilen zu Kit-Objektiven nicht wollte und das aber viel besser ist als erwartet. Dann habe ich mir für gewisse Landschaftsmotive noch das Zeiss Touit 12mm f/2.8 als Weitwinkel angeschafft und das 35mm f/1.4 als lichtstarkes Objektiv in der Normalbrennweite. All diese Objektive sind von der Bildqualität sehr gut bis top. Besonders gut finde ich auch das 35mm das schon bei f/1.4 wirklich schön scharfe Bilder liefert. Doch mit diesen Objektiven wäre ich für gewisse Dinge noch etwas zu eingeschränkt. So werde ich sicher irgendwann noch ein weiteres Objektiv im leichten Telebereich zulegen. Gerade die Fujinon Objektive sind sehr hochwertig verarbeitet und lassen aus meiner Sicht keine Qualitätswünsche offen! Auch das Zeiss Touit ist wie zu erwarten in Sachen Bildqualität und Schärfe auf höchstem Niveau. Schön ist auch zu erwähnen, dass ich bei den Objektiven die Adapterringe von Lee und die dazugehörigen Filter ebenfalls verwenden kann.

Fazit:
Ich werde weiterhin so oft wie möglich und mit Freude mit der Fuji auf Motivsuche gehen und das Einsatzgebiet bestimmt noch mehr ausweiten. Der Umgang mit dieser Kamera macht Spass und sie lässt sich leicht mittragen und verstauen. Auch die Qualität der Bilder sind tadellos und ich habe ein sehr gutes Gefühl mit ihr. Das sehe ich auch bei der Bearbeitung der RAW Dateien. Die Farbtreue der Bilder sind einwandfrei. Nur schon dass ich mir überlege den Objektivpark für diese Kamera zu vergrössern, zeigt dass ich auch in Zukunft mit ihr arbeiten möchte. So werde ich mit ihr weitere Einsatzgebiete versuchen zu öffnen,-).

Kaufempfehlung?
Ganz klar Ja! Ich würde sie wieder kaufen. Nach meiner Meinung passt sie zu jedem, der eine qualitativ hochwertige Kamera mit Wechselobjektiven sucht, welche aber nicht zu gross und zu schwer sein soll und vielleicht sogar etwas understatement unauffällig sein soll. Sie ist nicht nur ideal auf Reisen und für unterwegs, sondern bietet auch für ambitioniertes Fotografieren alle Möglichkeiten. Wie oben erwähnt, setzt sie ein wenig Grundwissen der Fotografie voraus, aber dann macht sie richtig Freude. Ich sehe diese Fuji vorallem auch für all diejenigen, welche sich für eine Spiegelreflex im Consumer Bereich (APS-C Format) interessieren. Hier sehe ich die Fuji sogar im Vorteil, gerade auch wegen ihrer Grösse, Flexibilität und nebst der Robustheit (Wetter- sowie Kältegeschützt) hat sie einige klare Pluspunkte. Neu gibt es ja auch noch eine kleinere Schwester der X-T1, di e Fuji X-T10.

Vielleicht interessierst du dich ja bereits für diese Kamera und hast noch Fragen dazu? Dann freue ich mich darauf.


November 2015
Kurzes Update der letzten Zeit seit diesem Bericht

In letzter Zeit habe ich die Fuji immer öfter in meiner Fototasche dabei ghabt und dies insbesondere bei Ausflügen in die Landschaftsfotografie wie unterdessen in einem Auftrag. Weiter habe ich ein geniales und universelles Weitwinkel-Objektiv angeschafft: das Fujinon 10-24mm f4 R OIS. Ich finde das Objektiv absolut spitze und gerade beim Ultraweitwinkel von 15mm (effektiv) kann ich damit mit den vorhandenen Lee Filtern ohne Vignettierung arbeiten. Es braucht also keine spezielle Adapter oder ähnliches. Das ist schon einmal ein sehr schöner Vorteil aus meiner Sicht. Weiter habe ich bei einem Wochenende ins Engadin für fast alle Landschaftsmotive die Fuji X-T1 mit eben dem Fujinon 10-24  verwendet und was dabei als Bildmaterial herauskam fand ich sehr bereichernd!

Mein Fazit: Ich glaube bald fast nur noch mit der Fuji zu fotografieren und die anderen Kamera eher als Ergänzung! Auch auf die Reise nach Neuseeland nächstes Jahr kommt nur die Fuji mit. Das sagt wohl einiges! Aber am besten lasse ich hier ein paar Bilder sprechen:

 

3 Gedanken zu “Fuji X-T1 Erfahrungsbericht

  1. DANKE für diesen ehrlichen und ausführlichen, nützlichen Bericht.
    Wie schlägst Du Dich heute mit Fujifilm? Bald eine X-T2 Dein Eigen nennend? 🙂
    Mit welchen Fujifilm-Objektiven bist Du dato ausgerüstet? Auf welches würdest Du nie mehr verzichten wollen?
    Warum überzeugt Dich Fujifilm mehr als Olympus? —

    Gefällt mir

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