Alles für das Licht

Das ging schnell und schon ist wieder ein Neues Jahr angebrochen. Ich wünsche allen Lesern meines Blog ein erfülltes und glückliches 2019!

In diesem Beitrag geht es nicht darum, einen fotografischen Rückblick vom vergangenen Jahr zu machen und dabei meine Bilderlebnisse zu präsentieren. Ich möchte den Jahresstart nutzen, um ein paar Worte und Gedanken über meine Sicht der Landschaftsfotografie zu schreiben. Der Titel „alles für das Licht“ habe ich gewählt, weil es sich in der Fotografie immer um das Licht dreht. Denn ohne geht es nicht. Das gilt nicht nur für die Aufnahme, sondern ist auch in der Präsentation eines Bildes ebenso wichtig. Das Licht ist sozusagen der wichtigste Bestandteil überhaupt. Licht bestimmt nicht nur, wie hell oder dunkel etwas wirkt, es beeinflusst auch die Farben. Selbst durch die verwendete Technik wird das Licht unterschiedlich interpretiert. Das verändert vieles und ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Entwicklung

Seit der digitalen Fotografie ist einiges sogar komplexer geworden als das vermutlich einige denken. In der analogen Fotografie hatte der Filmtyp schon vieles vorweggenommen, wie die Farben oder eben das Licht interpretiert wird. Die Entwicklung liess nur bedingte Anpassungen zu und alles war eingeschränkter, aufwändiger und das einzelne Bild durch den Film teurer. Trotz der höheren Einschränkung, liess es aber auch weniger Fehler zu. Erst durch die digitale Fotografie entstanden ganz neue Wege und Möglichkeiten. Das hat tatsächlich einige Vorteile gebracht. Einerseits kostet nun ein Foto nichts mehr und andererseits lässt das auch viel mehr Spielraum zum Ausprobieren zu. Das ist positiv, da man durch Experimentieren auch viel und schnell dazulernen kann. Aber in all diesen Möglichkeiten besteht auch das Risiko der Übertreibung und Verfälschung von den Bilddaten. Mit den Bildbearbeitungsprogrammen zur Bearbeitung der digitalen Bilder, wurde es nicht besser. Man kann damit alles anstellen und versuchen. Die Regler schieben wie man es für passend hält. Aber schnell wird auch viel zerstört. Deshalb braucht es hierzu eigentlich mehr Wissen. Vielfach ging auch das bewusstere Fotografieren verloren. Ich finde beide Technologien bereichernd und sehe in beiden absolute Vorteile. Ich entschied mich einfach damit bewusst umzugehen.

Trend

Seit einiger Zeit beobachte ich in der Landschaftsfotografie den Trend, dass schon nur ein farbiger Himmel oder eine anderer sog. spektakuläre (Licht)stimmung für ein interessantes Landschaftsbild zählen soll. Selbst dann, wenn ansonsten in der Szene kein Licht mehr vorhanden ist. Dann gibts auch den Trend, dass die Story oder die Leistung hinter einem Bild als Komponente wichtig sei. Es suggeriert, dass die Aufnahme, Komposition, Interpretation und Entwicklung/Technik usw. eigentlich fast nur noch Beigemüse ist. Etwas überspitzt ausgedrückt: hauptsache eine sog. „geile Stimmung“ oder „geile Story“. Ich erachte das eher als Spektakel-Fotografie oder Effekthascherei, und nicht als Fotografie mit Tiefgang.

Das Licht oder die vorherrschenden Bedingungen bleiben selbstverständlich eines der wichtigsten Bestandteile überhaupt. Es zählen aber noch andere Faktoren um alles in ein Gesamtbild zu bringen. Da braucht es einiges mehr als dort zu stehen und abzudrücken. Das könnte sonst auch mit einem Smartphone geschehen. Ganz wichtig ist, wie präzis die Komposition gewählt ist und was man damit verfolgen und ausdrücken möchte. Auch die Technik (Kamera, Sensor, Objektiv etc..) wird irgendwann ein Bestandteil des Ganzen. Wie ein Bild entwickelt und aufbereitet wird, zählt ebenso. Dabei zählt die Anwendung der richtigen Methodik. Damit meine ich keine übertriebene, fast schon hyperrealistische Darstellung, sondern eine Wiedergabe natürlicher Farben und Details. Dazu braucht es grundlegendes Wissen. Denn dies ist absolute Basis für die Umsetzung eines hochwertigen Bildes.

Unabhängig wie aufwändig etwas war, es zählt das Endergebnis. Denn nur das kann der Betrachter eines Bildes sehen. Ich verfolge immer das Bild als treibende Motivation. Den Aufwand den es dafür erfordert, oder das damit verbundene Erlebnis, nehme ich einfach mit dazu. Diese Emotionen bereichern die Landschaftsfotografie, steht aber an zweiter Stelle hinter dem Bild.

bewusste Fotografie

Ich plädiere für mehr bewusstes Fotografieren. Vielleicht heisst es sogar manchmal auf etwas verzichten, dafür das andere umso konsequenter umsetzen. Es bedeutet auch auf Details und die Gesamtentwicklung achten. Seinen Horizont für anderes oder Neues offen halten. Das macht es ebenso bewusster und bringt weiter. Es heisst manchmal auch, sich nicht durch etwas blenden oder beeinflussen lassen.

Ich bin überzeugt, das Motto „Weniger ist Mehr“, gilt gerade für die moderne und zukunftsorientierte Landschaftsfotografie. Es bedeutet auch Fokus setzen auf die wichtigen Dinge, die man auch selber kontrollieren kann. Die Landschaftsfotografie bietet so viele Facetten und Möglichkeiten. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst sein, was man darin sucht und wie man dies am besten umsetzt.

der Weg geht weiter…

Pur Visual

Einige die mir folgen, haben sicher bemerkt, dass ich seit einiger Zeit einen konsequenten und bewussten Ansatz in meiner Landschaftsfotografie verfolge. Dieser Weg ist noch lange und nächste Meilensteine folgen. Darüber hinaus gebe ich auch sehr gerne mein Wissen gezielt weiter. Um dem Thema „bewusste Fotografie“ mehr Zeit und Bedeutung einzuräumen, haben Hanspeter Gass und ich „Pur Visual“ gegründet. Hier bieten wir auf Basis unserer Erfahrung und Wissen einen sehr vielseitigen Masterclass Kurs an. Es richtet sich an Fotografen, die sich einer umfassenden Landschaftsfotografie auseinandersetzen möchten und hochstehende Resultate erzielen wollen. Sie finden umfangreiche Inspiration und lernen wie man mit einfachen Mitteln zu hervorragenden Resultaten kommt. Alle Infos zum Kursangebot unter: www.purvisual.photography

Ich wünsche allen weiterhin gutes Gelingen mit den Interprationen von Licht.

Herzlichst,
Oliver

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